Stahlbetonwand/-Dach mit 20cm Innendämmung

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cakrieg
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Stahlbetonwand/-Dach mit 20cm Innendämmung

Post by cakrieg » Tue Apr 23, 2019 3:56 am -1100

Hallo, ich bearbeite gerade ein Projekt, bei dem ein Anbau komplett aus 20 cm Stahlbeton sowohl an der Wand (20cm MiWo) als auch am Dach (23cm MiWo) mit einer Innendämmung hinter einer GK-Vorsatzschale versehen werden soll. Da gehen bei mir alle Sirenen an, aber die Wufi-Simulation hat bei beide Bauteile Entwarnung gegeben, wenn eine feuchtevariable Damfbremse und eine schwarze Dachbahn eingebaut wird. Selbst mit einer moderaten Dampfbremse funktioniert es noch. Trotzdem ist mir nicht wohl dabei. Habe ich einen Denkfehler? Wegen der Stahlbetonbauweise gehe ich davon aus, dass es keine Feuchtquellen durch Luftwechsel bzw. Konvektion gibt. Aus der Nutzung ergeben sich keine Feuchtelasten, Lage südlich angebaut, eingeschossig. Nur der Beton feuchtet anfangs leicht auf, schwingt dann aber ein. Alle anderen Bauteile bleiben trocken bzw. unterhalb kritischer Werte. Für Hinweise zum Rechenansatz bzw. zur Bauweise wäre ich sehr verbunden.
Gruß, Carsten.

cakrieg
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Re: Stahlbetonwand/-Dach mit 20cm Innendämmung

Post by cakrieg » Wed Apr 24, 2019 9:18 pm -1100

Ich habe noch eine ergänzende Frage zu meiner Problemkonstruktion. Die Wandoberflächentemperaturen des Betons raumseitig sind in Winter teils auch unter dem Gefrierpunkt. Das bedeutet, Feuchtigkeit wird nicht nur kondensieren, sondern auch an der Oberfläche gefrieren. Innerhalb einer längeren Frostperiode könnten sich so größere Mengen an Eis bilden, welche dann an einem warmen, sonnigen Wintertag tauen und an der Oberfläche abfließen können. Ist dieses Szenario zu ängstlich gedacht? Wie wird diese Konstellation in der Simulation berücksichtigt? Danke.

Christian Bludau
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Re: Stahlbetonwand/-Dach mit 20cm Innendämmung

Post by Christian Bludau » Sun Apr 28, 2019 9:25 pm -1100

Hallo Carsten,

das hängt vor allem von den äußeren Randbedingungen ab, ob die Konstruktion funktioniert. Da der Beton das Regenwasser nicht besonders stark aufnehmen wird, ist hier vor allem die Temperatur an der Außenoberfläche maßgeblich für die Funktion der Rücktrocknung. Da der Beton aber durchaus durch Diffusion und auch kapillar etwas Wasser aufnehmen kann, kann ich mir vorstellen, dass Tauwasser, das an der Innenoberfläche entsteht, erstmal aufgenommen wird. Bezüglich der Eisbildung wird sich das reduzierend auswirken.
Ich würde hier mal die Tauwasserbildung an der ehemaligen Innenoberfläche betrachten. Das ist analog zu unserem Tutorial zur Tauwasserauswertung möglich.

Christian

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