Feuchtequelle beim Steildach

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f.bleisch
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Joined: Wed Dec 26, 2018 10:11 am -1100

Feuchtequelle beim Steildach

Post by f.bleisch » Wed Dec 26, 2018 10:20 am -1100

Guten Tag Zusammen

Ich habe eine Frage zu den Feuchtequelle bei einem Steildachaufbau.
Und zwar habe ich folgenden Aufbau eines bestehenden Steildaches:
Ziegel, Ziegellattung, Konterlattung, Holzschalung, Sparren.
Auf der Holzschalung hat es kein zusätzliches Unterdach wie z.B. einer Dachpappe oder ähnliches.
Muss ich jetzt bei der Holzschalung eine Feuchtequelle setzen?
Ich möchte gerne mehrere Dämm-Varianten für eine Sanierung des Daches rechnen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Fabienne

Philipp
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Re: Feuchtequelle beim Steildach

Post by Philipp » Mon Jan 07, 2019 3:58 am -1100

Hallo Fabienne,

Die grundsätzliche Vorgehensweise bei der Simulation eines Steildachs ist in diesem Leitfaden beschrieben:

https://wufi.de/literatur/Koelsch-Leitf ... nen_de.pdf
oder:
https://wufi.de/literatur/Koelsch-Leitf ... nen_en.pdf

Auf eine zweite wasserführende Ebene (Unterdach) durch eine Unterdachbahn zu verzichten erachte ich als nicht sehr sinnvoll, da die meisten Eindeckungen nicht 100% dicht sind, Sekundärkondensation an der Eindeckungsunterseite auftreten kann und weiterhin Regen und Schnee auch durch Wind unter die Eindeckung eigentrieben wird. Ein weiteres Problem ergibt sich bei einer vereisten Dachrinne – sich anstauendes Tauwasser kann ungehindert eindringen und erhebliche Schäden verursachen.

Generell ist bei einem nicht gedämmten Dach das Fehlen eines Unterdachs weniger kritisch anzusehen, da ggf. eindringendes Wasser zügig wieder abtrocknen kann. Wird das Dach saniert und eine Dämmung mit einer Dampfbremse eingebaut, kann eindringendes Wasser wesentlich schlechter abtrocknen, wodurch sich ein erhebliches Schadenspotential ergibt.

Wenn die Konstruktion jedoch so ausgeführt ist und simuliert werden soll, erscheint es sinnvoll die Feuchteeinträge entsprechend durch eine Feuchtequelle, bezogen auf das Außenklima, zu berücksichtigen. Z.B. durch einen Anteil des Schlagregens, wobei wir hier keine sinnvollen Aussagen zur relevanten Menge machen können. 1 % des auftreffenden Regens in Anlehnung an die Vorgaben aus dem US-ASHRAE-Standard 160 für Undichtheiten bei Fassadenbekleidungen und –Dämmungen könnte ggf. für eine erste Orientierung herangezogen werden.

Unabhängig davon sollte auch eine Infiltrationsquelle in den inneren 5 mm der Holzschalung berücksichtigt werden (zur Berücksichtigung der Befeuchtung durch Luftundichtheiten über die Raumluft).

Philipp

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