Hallo zusammen,
aktuell untersuchen wir die Sanierung eines denkmalgeschützen Gebäudes. Es gibt hier ein Mansarddach mit einem Steildachanteil und einem flach geneigten Anteil (ca. 5° Dachneigung). Es soll eine Zwischensparrendämmung und eine Hinterlüftungsebene hergestellt werden, jedoch stellt sich der Firstlüfter als schwierig umzusetzen dar.
Gemäß Leitfaden zur Berechnung von geneigten Dächern verstehe ich die Tabelle nach Kölsch so, dass bei Ansatz einer schwachen Belüftung jedoch entweder ein geringer Öffnungsquerschnitt an der Traufe – oder – ein geringer Öffnungsquerschnitt am First – oder – keine Konterlattung vorhanden ist.
Gibt es eine Möglichkeit, die beschriebene Situation ganz ohne Öffnungsquerschnitt am First in Wufi abbilden und korrekt beurteilen zu können?
Gruß C. Hanusch
belüftetes, flach geneigtes Dach ohne Firstlüfter
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Daniel
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Re: belüftetes, flach geneigtes Dach ohne Firstlüfter
Hallo Herr Hanusch,
leider liegen zu diesem Thema trotz mehrerer Anläufe zu Forschungsprojekten mangels Finanzierung bisher keine mir bekannten Untersuchungen vor.
Wenn ich Sie richtig verstehe, sind im Firstbereich gar keine Öffnungen vorgesehen. Bei so einer Lösung fehlt mir leider die Praxiserfahrung. Das Problem ist dabei, dass die feuchte (und warme) Luft leichter ist und damit nach oben steigt. Falls dies im oberen Bereich zu eine Feuchteakkumulation führt, wird diese nur schwer durch eine „Belüftung“ wieder abgeführt. Es hängt also an der Dichtheit der Eindeckung. Bei Ziegeleindeckung würde ich durchaus von Luftwechselraten von 2-5 pro Stunde allein durch die Ziegelspalten ausgehen. Bei anderen Eindeckungen oder vermörtelten Biberschwanzziegeln kann das aber auch gegen Null gehen.
Fazit: je nach Eindeckung den Aufbau mal ganz ohne (0), ggf. mit 0,5 und mit Luftwechsel 2 rechnen. Wenn alles nicht geht, würde ich noch mit Luftwechsel 5 prüfen – das sollte bei normaler Ziegeleindeckung ebenfalls erreicht werden. Ansonsten von so einer Lösung eher absehen.
Viele Grüße
Daniel Zirkelbach
leider liegen zu diesem Thema trotz mehrerer Anläufe zu Forschungsprojekten mangels Finanzierung bisher keine mir bekannten Untersuchungen vor.
Wenn ich Sie richtig verstehe, sind im Firstbereich gar keine Öffnungen vorgesehen. Bei so einer Lösung fehlt mir leider die Praxiserfahrung. Das Problem ist dabei, dass die feuchte (und warme) Luft leichter ist und damit nach oben steigt. Falls dies im oberen Bereich zu eine Feuchteakkumulation führt, wird diese nur schwer durch eine „Belüftung“ wieder abgeführt. Es hängt also an der Dichtheit der Eindeckung. Bei Ziegeleindeckung würde ich durchaus von Luftwechselraten von 2-5 pro Stunde allein durch die Ziegelspalten ausgehen. Bei anderen Eindeckungen oder vermörtelten Biberschwanzziegeln kann das aber auch gegen Null gehen.
Fazit: je nach Eindeckung den Aufbau mal ganz ohne (0), ggf. mit 0,5 und mit Luftwechsel 2 rechnen. Wenn alles nicht geht, würde ich noch mit Luftwechsel 5 prüfen – das sollte bei normaler Ziegeleindeckung ebenfalls erreicht werden. Ansonsten von so einer Lösung eher absehen.
Viele Grüße
Daniel Zirkelbach
Dr.-Ing. Daniel Zirkelbach, Deputy Head of Department Hygrothermics, IBP Holzkirchen
Re: belüftetes, flach geneigtes Dach ohne Firstlüfter
Hallo Herr Zirkelbach,
vielen Dank für Ihre Rückmeldung! Beim Hauptdach ist tatsächlich eine luftdichte Deckung geplant, die Architekten haben daher nun einen Firstlüfter vorgesehen.
Es gibt außerdem noch kleinere "Turmdächer". Diese sind ebenfalls mit 5° flach geneigt, in der Dachaufsicht quadratisch mit 2,6 x 2,6 m Grundfläche, haben ebenfalls eine luftdichte Dachdeckung, umlaufend eine Belüftungsöffnung, an der "Spitze" aber keine Lüftungsöffnung.

https://ibhausladen-my.sharepoint.com/: ... g?e=TqweQZ
Da die gegenüberliegenden Belüftungsöffnungen weit weniger als 10 m entfernt sind und die Spitze nur 12 cm höher liegt als die umlaufende Traufe gehe ich davon aus dass die Querlüftung ausreichend ist und eine Feuchteanreicherung in der Mitte des Daches nicht zu erwarten ist. Teilen Sie diese Einschätzung?
Beste Grüße
Christoph Hanusch
vielen Dank für Ihre Rückmeldung! Beim Hauptdach ist tatsächlich eine luftdichte Deckung geplant, die Architekten haben daher nun einen Firstlüfter vorgesehen.
Es gibt außerdem noch kleinere "Turmdächer". Diese sind ebenfalls mit 5° flach geneigt, in der Dachaufsicht quadratisch mit 2,6 x 2,6 m Grundfläche, haben ebenfalls eine luftdichte Dachdeckung, umlaufend eine Belüftungsöffnung, an der "Spitze" aber keine Lüftungsöffnung.
https://ibhausladen-my.sharepoint.com/: ... g?e=TqweQZ
Da die gegenüberliegenden Belüftungsöffnungen weit weniger als 10 m entfernt sind und die Spitze nur 12 cm höher liegt als die umlaufende Traufe gehe ich davon aus dass die Querlüftung ausreichend ist und eine Feuchteanreicherung in der Mitte des Daches nicht zu erwarten ist. Teilen Sie diese Einschätzung?
Beste Grüße
Christoph Hanusch
Re: belüftetes, flach geneigtes Dach ohne Firstlüfter
in diesem Zusammenhang hätte ich eine ergänzende Frage. Eine ähnliche Situation untersuche ich auch gerade. Hier habe ich oberhalb der Zwischensparrendämmung und unterhalb der Dachschalung eine Luftschicht mit 35 mm mit einer Luftwechselquelle angegeben. Diese Luftwechselquelle ist als konstanter Quelltyp mit einer Luftwechselrate von 20 definiert. Nun ist feststellbar, dass die Holzverschalung mit einer V 13 und einer Biberschwanzeindeckung über einen Zeitraum von fünf Jahren eine unzulässige Auffeuchtung erfährt. die Mischung der Luftwechselquelle erfolgt mit Außenluft. Eine Auffeuchtung der Dämmung ist nicht erkennbar. allerdings hat unsere Konstruktion Dachentlüfter, die ich als funktionieren erachte, Da die besehene Dachkonstruktionen derzeit über viele Jahrzehnte auch ohne Hinterlüftung oberhalb der Dämmebene funktioniert hat. Dieser Sachverhalt war vermutlich dem Umstand geschuldet, dass nur eine geringe Nutzung des Dachraums vorhanden war und solche Konstruktionen wahrscheinlich viele unzulässige Infiltrationen von der Außenseite aufweisen. die Dachpappe ist ja auch als solche nicht verklebt sondern nur lose übereinandergelegt und weist sicher eine Vielzahl von Durchnagelung auf.
Wäre eine Lösung für eine funktionierende Simulation, den Quelltyp als instationär zu definieren und wie sähe diese Quelldatei aus? das Objekt ist im Rhein-Main-Gebiet.
Was ich an der ganzen Simulation nicht wirklich verstehe ist der Umstand, dass eine solche Konstruktion mir eine übliche Standardkonstruktion darstellt, die jahrzehntelang auch in der Praxis funktioniert haben.
Wäre eine Lösung für eine funktionierende Simulation, den Quelltyp als instationär zu definieren und wie sähe diese Quelldatei aus? das Objekt ist im Rhein-Main-Gebiet.
Was ich an der ganzen Simulation nicht wirklich verstehe ist der Umstand, dass eine solche Konstruktion mir eine übliche Standardkonstruktion darstellt, die jahrzehntelang auch in der Praxis funktioniert haben.
